Dittelgasse-Mediation: Symptom einer jahrzehntelang gewachsenen „Freunderlwirtschaft“
10. April 2018
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Ein überdimensioniertes Wohnungsbauprojekt in der Donaustadt wird jetzt trotz Bürgerprotesten verwirklicht. ÖVP und Anwohner hatten sich gegen die 400 neuen Genossenschaftswohnungen in der Dittelgasse gestellt. Anstatt das Projekt zu überdenken, haben die Bauträger Geld investiert, es den Bürgern zu „vermitteln“. Der Auftrag dazu erging an eine Mediationsexpertin, die die Tochter der SPÖ-Gemeinderätin Ingrid Schubert ist, die selbst wieder Chefin der am Bau beteiligten „Siedlungsunion“ ist. Die Vermittlung mit dem von vorneherein feststehenden Ergebnis kostete 100.000 Euro – ein beträchtliches Honorar, das die Mieter womöglich per Umlage zu bezahlen haben. Geleistet wurde dafür anscheinend nicht viel: eine Webseite und eine Veranstaltung. Danke an „Die Presse“ und Anna Thalhammer für die detaillierte Berichterstattung!

Was über Jahrzehnte hinweg wachsen kann, beginnt zu wuchern. Warum nicht mitkassieren, wenn es so leicht geht? Wie viele Jahre lang arbeitet Otto Normalverbraucher für 100.000 Euro? Doch die Tochter der Gemeinderätin erhält denselben Betrag für eine Webseite und einen Veranstaltung. Die Anrainer hat sie mit diesem „Mediationsprozess“ nicht umgestimmt: Diese sind nach wie vor unglücklich über die 400 neuen Wohnungen. Entgegen von Rot und Grün lehnte auch die ÖVP-Donaustadt das Projekt wegen seiner überbordenden Größe, seiner negativen Auswirkungen auf die Lobau, der fehlenden Infrastruktur und der Umwidmung von privaten Grünflächen ab. Nun kommen noch Mehrkosten für Mediation dazu: Die 100.000 Euro werden wohl die Mieter abstottern müssen.

Hier geht es auch um Optik: Politiker dürfen Verwandte nicht mit lukrativen Jobs versehen, selbst wenn diese gut für die Aufgabe geeignet wären. Ich bemühe mich als redliche Politikerin und Mutter von 4 Kindern um eine gute Zukunft für die kommenden Generationen. Machenschaften wie jene in der Dittelgasse rücken die Politik als Ganzes in ein schlechtes Licht.

100 Jahre fast ununterbrochene Herrschaft der Sozialdemokratie tun einer Stadt nicht gut. Der wer die Zeit dazu hat, kann sich Strukturen aufbauen, in denen er sich nehmen kann, was ihm seiner Meinung nach zusteht. Und der Dumme zahlt. Nur dass wir Bürgerinnen und Bürger nicht mehr dumm sind. Das werden wir auch am nächsten Stimmzettel beweisen. Dieses System muss durchbrochen werden! Da wird nicht einmal ein Energiering helfen!

Links:

https://diepresse.com/home/panorama/5400013/Wiener-Wohnbau_Das-100000EuroMediationsprojekt

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180405_OTS0044/woelbitsch-ludwig-muss-spoe-freunderlwirtschaft-bei-bauprojekt-dittelgasse-aufklaeren

https://www.nachrichten-aktuell.eu/artikel/das-100-000-euro-mediationsprojekt/1560836

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