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Nein zu Gender im Wiener Bildungsplan
10. Februar 2016
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Die Änderungen zum Wiener Tagesbetreuungesetz am 29.1. betreffen Kindergruppen, die oft die vielfach angesprochenen muslimischen Kinderbetreuungseinrichtungen sind. In Kindergruppen sind die Voraussetzungen für Betreiber wesentlich einfacher als bei einem Kindergarten sind (insbesondere die Ausbildung der Betreuer).

Für diese Kindergruppen wird nun (wohl als Reaktion auf die Berichterstattung zu islam. Kindergärten) dezidiert festgeschrieben werden, dass in diesen nach dem Wiener Bildungsplan „zu lehren“ ist. Für Kindergärten ist dies bereits gesetzlich festgelegt.

Bis auf die Stelle zum Thema Gender und Sexualität ist der Bildungsplan gut und wichtig. Als Oppositionspartei konnten wir in der Erstellung des Bildungsplans nicht mitwirken und haben auch keine Möglichkeit, den Bildungsplan, der bereits in den Kindergärten gilt, zu ändern. In Anbetracht der Islamproblematik hat die VP beschlossen, dass es sinnvoll ist, der Anwendung des Bildungsplan in Kindergruppen zuzustimmen.

Was möchte die Gendertheorie eigentlich erreichen? Ihre Vertreter haben wahrgenommen, dass Frauen benachteiligt, ja teilweise sogar schlecht behandelt, werden. Nun meint man, gegen das anscheinend zu festsitzende Vorurteil gegen Frauen oder dem gesellschaftlichen Vorrang der Männer nicht anzukommen. Also kämpft man an einem anderen Schauplatz: Man erklärt mit komplizierten, schwer verstehbaren und mittlerweile bewiesenermaßen unwissenschaftlichen Argumenten, dass es Männer und Frauen gar nicht wirklich gibt, sondern uns als Rollen bereits als Neugeborene von der Gesellschaft zugewiesen werden. Die vordergründige Antwort darauf ist, dass die Biologie und die Anatomie eine wichtige Rolle in der Psyche und für das Leben eines Menschen spielen. Die richtige Antwort wäre aber, gemeinsam auf vernünftige Weise Wege zu finden, die sicherstellen, dass Frauen und Männer in gleicher Würde und mit gleichen Rechten trotz Unterschieden miteinander leben können.

In einer Rede habe ich klargestellt, dass wir den Bildungsplan als Leitfaden sehen und in der Genderthematik einen Vorbehalt setzen.

Dazu meine Rede am 29.1. im Wiener Landtag:

„Wir werden den Änderungen des Wiener Tagesbetreuungesetzes zustimmen, weil sie für wichtig halten. Wir finden auch den Bildungsplan prinzipiell gut. Wir verstehen aber nicht, warum dieser gewisse Skurilitäten beinhalten muss und melden einen Vorbehalt an.
Darin findet sich nämlich zum Thema Gender folgender Satz: „Was wir unter Weiblichkeit oder Männlichkeit verstehen, also das soziale Geschlecht (gender), ist gesellschaftlich konstruiert und nicht biologisch festgeschrieben, es ist erlernt und damit veränderbar.“
Hier gibt es also einen Widerspruch zwischen Biologie und der Gendertheorie: Gender Theoretiker nennen das so: „Anatomie ist ein soziales Konstrukt.“ (Judith Butler). Aha?!
Und weiter: „Es ist Willkür, wenn Menschen nach ihren Geschlechtsteilen sortiert werden, genauso gut könnte man die Größe nehmen oder die Haarfarbe.“ Sie unterstellen der Hebamme also Willkür, wenn sie ausruft: „Gratulation! Ein Mädchen!“ – Es wäre also genauso relevant auszurufen, „Gratulation, 51 cm“! Das ist ja absurd!
Der Hauptfehler der Gendertheorie ist die Annahme, dass sich das biologische Geschlecht nicht auf die Psyche auswirkt.
Das ist wissenschaftlich unhaltbar. Diese falsche Grundannahme ist – höflich formuliert – „unökologisch“.
Andere Länder haben die Finanzierung für Gender Institute bereits wieder eingestellt!
Auf geschlechtsspezifische Merkmale zu achten ist in einigen Bereich jedenfalls sinnvoll: so z.B. in der „Gendermedizin“: Krankheiten und Therapien wirken sich bei Männern und Frauen unterschiedlich aus. Das ist ein Beweis, dass das biologische Geschlecht wesentlich ist!
Die Gendertheorie ist keine Wissenschaft, sondern eine Weltanschauung, die derzeit recht fundamentalistisch und totalitär auftritt. Die Gendertheorie widerspricht der persönlichen Erfahrung des Menschen.
Wir werden weiterhin gegen die Benachteiligung von Frauen kämpfen! Aber an der richtigen Front.
Unsere Kinder brauchen beste Betreuung und Bildung, nicht Ideologie.“

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6 comments

  1. Dieter Schöfnagel

    Danke, hervorragend!

  2. Liebe Frau Dr. Kugler, herzlichen Dank für Einschreiten gegen diesen „Gender-Wahn“. Es ist so absurd und beweist eigentlich nur, dass die Menschen, die sich mit solchen Gedanken befassen in ihrer eigenen Männlich- oder Weiblichkeit völlig zerstört sind. Die Emanzipation ging leider in die falsche Richtung! Eine Frau, die Tätigkeiten und das Wirken einer Frau wurden nicht aufgewertet, sondern man versucht nur ständig die Frauen aus ihren Rollen zu drängen und ihnen dadurch einen Wert zu geben, dass sie Tätigkeiten der Männer übernehmen. Das führt nur immer weiter dazu, dass das Wirken der Frauen für Kinder, Erziehung, Haushalt und Gesellschaft nicht anerkannt wird. Diese gesellschaftlich so dringend benötigten Leistungen werden nach wie vor vernachlässigt und durch die falschen Strömungen immer weiter degradiert anstatt zur Geltung und Anerkennung gebracht. Frauen die sich der Kindererziehung widmen, sollten gefördert werden! Die biologischen Geschlechter sollten in ihrer Unterscheidung anerkannt und geehrt werden, jeder mit dem gleichen Maß.
    Herzlichen Dank für Ihr Einschreiten! Gott segne Sie!
    Mit lieben Grüßen!

    1. Gut gebrüllt, Löwin! :o)

  3. Danke Frau Kugler!

  4. Mag. Marie-Theres Hemberger

    Bravo, Gudrun, dieser Gender-Unsinn muss bekämpft werden. Es gibt ja angeblich schon mehr als 40 „genders“, was immer die auch sein sollen. Kann mir das gar nicht vorstellen, mein Wissen endet bei Mann-Frau-Homosexuell-Transsexuell und das war es dann auch schon aber als unterschiedliche Geschlechter kann ich das auch nicht einordnen, sondern wieder nur als Männer und Frauen, die sexuell eben anders gepolt sind. Kämpfe weiter!

  5. barbara fürlinger

    Kurz, knackig, clever! Danke! Aber eine Frage: Wie schaffst du es, mit 4 kleinen Kindern politisch so aktiv zu sein? Kindermädchen? LG, B.