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Krippenausstellung am Rathaus-Christkindlmarkt weiterführen: Ramsch und Punsch allein genügen nicht
23. November 2016
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Hier der Link zur Rede auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=udSrgqfYYcw&t=11s (4:36 min)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gibt 156 Krippenbauvereine sind im Landesverband Österreich. 80% dieser Vereine werden von Gemeinden gefördert.

Vorarlberg: 80 % der Vereine haben ihre Krippenlokale in gemeindeeigen Gebäuden Betriebskosten bezahlen sie selber, aber die Förderungen sind so hoch, dass diese auch gedeckt sind. In Tirol ist die Förderung der Vereine sogar in einem Landesgesetz festgeschrieben. Im Burgenland werden ca. 70 % von den Gemeinden gefördert, ähnlich wie in Vorarlberg.

Nicht so in Wien: der Krippenbauverein Wien bekommt keine Unterstützung. Bisher konnte er aber einen Teil seiner Arbeit die jährliche Krippenausstellung in den Rathausarkaden am Rande des Christkindlmarktes finanzieren.

Dadurch war es möglich, in Schulklassen Workshops zum Thema Krippenbau anzubieten sowie Kurse für Wienerinnen und Wiener anzubieten und Interessenten zu rekrutieren.
Im neuen Konzept des Christkindlmarktes ist diese Ausstellung nun nicht mehr vorgesehen. Statt „Adventzauber“ nun „Weihnachtstraum“ – und das ganze ohne die Krippenausstellung.

Diese Tradition und Kultur geht auf den Hl. Franziskus zurück, der die erste Krippe mit lebenden Tieren selbst gebaut hat.

Krippen erzählen seit Jahrhunderten Geschichten. Krippenbauen ist seit Jahrhunderten eine Volksbeschäftigung!

In Gesprächen mit Ausstellungsbesuchern hörten die Organisatoren: fast jeder hat einmal eine Krippe gebaut oder eine im Familienbesitz hervorgeholt und hergerichtet. Jedem bedeutet sie etwas: Kindheit, Erinnerungen, religiöse Gründe oder Tradition, auch wenn das Geschehen in der Darstellung vom Orient oder dem Tirolerhaus in eine Laterne, einen tiefen Computerbildschirm oder in ein Wellblechhaus gewandert ist.
Und darum ist die Krippe auch für die Integration hilfreich: Wien war schon lange ein Sammelsurium von Leuten mit verschiedenen Nationalitäten. Das funktionierte solange jeder seine eigenen Wurzeln und Bräuche hatte.

Nur in Wien, wo es besonders wichtig wäre, wirft man im Advent, zu einer Zeit, zu der es leicht ginge, Traditionen, Brauchtum, kulturelle Überlieferungen, unsere Werte zu verstärken, die Krippen über Bord.
Daher stelle ich heute den Antrag, dass die Stadtregierung sicherstellt, dass diese Ausstellung weitergeführt werden.

Die Bedeutung der Krippe ist Heimat und Geborgenheit. Die bunten Kugeln, mit denen der Christbaum der Krippe am Petersplatz in Rom geschmückt wird, wurden von krebskranken Kindern angefertigt, die in den onkologischen Abteilungen verschiedener italienischer Krankenhäuser behandelt werden.
Am Petersplatz in Rom stellt die Krippe in diesem Jahr eine Mittelmeerinsel dar um einen besonderen Bezug zum Drama der Immigration zu haben.
Die Krippe erzählt nämlich von Migration, Obdachlosigkeit, Ausgrenzung – und von Hilfe, Liebe, Wärme, Wertschätzung – und der Hoffnung, dass alles gut wird.

Vielleicht sollten wir auch einmal im Jahr daran erinnert werden, dass Geld und Macht und Fun nicht alles sind. Ramsch und Punsch werden das nicht für uns tun!

ICH FREUE MICH, DASS DIESER ANTRAG EINSTIMMIG ANGENOMMEN WURDE!

Zur Pressemeldung: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161123_OTS0255/vp-kugler-krippenausstellung-am-rathaus-christkindlmarkt-muss-weitergefuehrt-werden
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Beschluss-(Resolutions-)antrag

der ÖVP-Gemeinderätinnen MMag. Dr. Gudrun KUGLER, DI Elisabeth OLISCHAR und Sabine SCHWARZ, eingebracht in der Sitzung des Gemeinderates der Stadt Wien am 23.11.2016 zu Post 20 der Tagesordnung

betreffend Krippenausstellung am Wiener Christkindlmarkt

Der Wiener Christkindlmarkt vor dem Wiener Rathaus hat eine lange Tradition. Der „Wiener Adventzauber“, wie diese Veranstaltung bislang genannt wurde, wurde heuer einer Neukonzeptionierung unterworfen und wird heuer unter dem Namen „Weihnachtstraum“ erstmals durch die Stadt Wien Marketing GmbH durchgeführt.

In den Medien wurde berichtet, dass diese Neukonzeptionierung neben einem Eislaufplatz und Eisstockbahnen auch besonders der traditionellen Handwerkskunst gewidmet sein soll. Es wird zwar eine Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgestellt sein, eine Ausstellung verschiedener Krippen durch den Krippenverein Wien, findet sich dieses Jahr allerdings nicht mehr. Damit wurde dem Krippenverein Wien die einzige Ausstellungsfläche für diese traditionsreiche Handwerkskunst, die naturgemäß gerade am Wiener Christkindlmarkt besonders wichtig war, genommen.

Es wäre wünschenswert, Krippen aus verschiedenen Epochen, gerade bei diesem Event, den Besuchern des Wiener Christkindlmarktes näher bringen zu können. Ein eigener Stand für eine Ausstellung der traditionsreichen Geschichte des Krippenbaus, wäre daher wünschenswert.

Die gefertigten Gemeinderätinnen stellen daher gemäß § 27 Abs. 4 der Geschäftsordnung des Gemeinderates der Stadt Wien folgenden

Beschlussantrag:

Der zuständige amtsführende Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport wird ersucht, sich bei der Stadt Wien Marketing GmbH dafür einzusetzen, die traditionsreichen Geschichte des Krippenbaus am Wiener Christkindlmarkt in den Arkaden beizubehalten oder einen eigenen Stand einrichten zu lassen.

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den zuständigen Ausschuss beantragt.

Wien, 23.11.2016

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