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Übergriffe auf Christen in Flüchtlingsunterkünften
27. Mai 2016
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Laut einer vor kurzem präsentierten Studie von „Open Doors“, einem internationalen (überkonfessionellen) Hilfswerk für verfolgte Christen, werden tausende aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geflohene Christen in deutschen Flüchtlingsheimen drangsaliert und sind Drohungen und Gewalt ausgesetzt.

Neben muslimischen Flüchtlingen soll auch das Sicherheitspersonal beteiligt sein. In der Studie dokumentieren die Menschenrechtler 231 Fälle aus Deutschland, die von Verweigerung des Zutritts der allgemeinen Aufenthaltsräume und Diskriminierung über Körperverletzung bis hin zu sexuellen Übergriffen und Todesdrohungen rangieren. Immer wieder wird außerdem von religiös motivierten tendenziösen Übersetzungen berichtet. In Deutschland gibt es daher sogar Überlegungen Heime speziell für betroffene Flüchtlinge zu errichten.

Neben christlichen Flüchtlingen sollen, laut anderen Berichten, auch homosexuelle Flüchtlinge unter den derzeitigen Zuständen zu leiden haben.

Die gefertigten Gemeinderätinnen stellen daher gem. § 31 der Geschäftsordnung des Gemeinderates der Stadt Wien folgende Anfrage:

1. Gibt es Zahlen wie viele christliche Flüchtlinge aktuell in den Wiener Flüchtlingsheimen untergebracht sind?
2. Sind Ihnen derartige Vorfälle auch aus Wiener Flüchtlingsunterkünften bekannt?
3. Wenn ja, um wie viele Vorfälle welcher Art handelt es sich?
4. Ist die anonyme Meldung von Übergriffen in Flüchtlingsunterkünften möglich?
5. Wenn Übergriffe gleichwelcher Art in einer Flüchtlingsunterkunft vorkommen, in welcher Form wird dies vermerkt bzw. sanktioniert?
6. Wenn ja, gibt es auch in Wien Überlegungen für diese Menschen besondere Einrichtungen zu schaffen?
7. Wenn nicht, warum?
8. Was wird in den Wiener Flüchtlingsunterkünften unternommen, um solche Vorfälle zu unterbinden?
9. Gibt es spezielle Schulungen für das Sicherheitspersonal in den Wiener Flüchtlingsunterkünften um derartige Fälle zu erkennen?
10. Werden Sie in Zukunft bei der Rekrutierung der Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften, bei der Auswahl der Übersetzer sowie des Sicherheitspersonals auf eine religions-sensible Haltung achten?

(Wien, 25.05.2016)

Hier finden Sie die Antwort von Bürgermeister Häupl auf diese Fragen:
Antwort von Bgm Dr. Häupl – Christliche Flüchtlinge

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1 comment

  1. Liebe Gudrun!

    Danke für diesen Beitrag. Falls Du in Österreich eine ähnliche Erhebung planst, würde ich auf jeden Fall zusätzlich zu dem Fragebogen qualitative Interviews (einzeln bzw. mit Fokusgruppen) durchführen. Es kann auch hilfreich sein, sogenannte „participatory research methods“ anzuwenden, die den ForschungsteilnehmerInnen erlauben, schwierige Erfahrungen oder Ängste visuell auszudrücken. Solche qualitativen Methoden können die Ergebnisse des Fragebogens sinnhaft und bildhaft ergänzen. Mit herzlichen Grüßen aus Oxford,

    Pia Jolliffe,
    Las Casas Institute, Blackfriars Hall, University of Oxford
    Oxford Institute of Population Ageing, University of Oxford