Politische Handlungsempfehlungen für den demografischen Wandel veröffentlicht
14. Januar 2026
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(deutsch/English below)

Die Wirklichkeit des demografischen Wandels und seine Auswirkungen sind längst kein Geheimnis mehr. Die große Frage ist, wie man darauf reagieren soll.

Dem soll ein soeben veröffentlichtes Strategiepapier Abhilfe schaffen: „Answering Demographic Change – Policy Recommendations for National and European Policymakers“ wurde vom Martens Centre, Campus Tivoli und Abg. Gudrun Kugler (OSZE PV Sonderbeauftragte) auf Basis zahlreicher Expertengespräche veröffentlicht. Es zeigt auf, dass der demografische Rückgang, niedrige Geburtenraten, Bevölkerungsalterung und schrumpfende Erwerbsbevölkerungen zu den entscheidendsten Herausforderungen Europas zählen. Das Papier macht deutlich, dass der demografische Wandel nahezu alle Politikfelder betrifft – von wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und Sozialsystemen über Regionalentwicklung bis hin zu Demokratie und Sicherheit.

Die Autoren schlagen eine Doppelstrategie aus Mitigation, also Ursachenbekämpfung (Unterstützung von Familiengründung und höheren Geburtenraten) und Adaptation, also Anpassung an die Veränderungen (Reformen der Arbeitsmärkte, der Sozial- und Pensionssysteme, der Migrationssteuerung sowie der Raum- und Regionalplanung) vor, die durch koordinierte, langfristige Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene umgesetzt werden soll.

Die politischen Handlungsempfehlungen sind in 12 Kapitel gegliedert (insgesamt 9 Seiten):

  1. Demografischen Wandel als Megatrend in der europäischen Politik anerkennen
  2. Die Antwort auf den demografischen Wandel muss alle Institutionen und Politikfelder umfassen
  3. Produktivität trotz demografischem Wandel sichern
  4. Höhere Geburtenraten erfordern kulturellen Wandel
  5. Unterstützende Politik und Anreize für Elternschaft zur Erleichterung der Entscheidung für ein Kind
  6. Familienorientierte Sozialpolitik stärken
  7. Die Vitalität ländlicher Räume braucht Gemeindekooperationen sowie flexiblere Infrastruktur
  8. Lebensqualität und aktives Altern erfordern leistungsfähige Gesundheits- und Pflegesysteme
  9. Zukünftige Wettbewerbsfähigkeit hängt von einer demografisch resilienten Erwerbsbevölkerung ab
  10. Gesteuerte Migration ist ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Demografiepolitik
  11. Pensions- und Sozialsystemreformen sind zentral für langfristige finanzielle Nachhaltigkeit
  12. Nachhaltige Demografie ist eine Grundlage für eine faire Demokratie und nationale Sicherheit – und erfordert den Umgang mit den Folgen der EU-Erweiterung und des Krieges in der Ukraine

Dieses Strategiepapier verbindet erstmals systematisch Familienpolitik, Arbeitsmarkt, Migration, Regionalentwicklung und Sicherheitspolitik. Es zeigt: Demografie ist gestaltbar – aber nur, wenn wir sie als Querschnittsthema begreifen und langfristig – über Legislaturperioden hinweg, mutig und koordiniert handeln, Demografie entscheidet über Macht, Wohlstand und Sicherheit. Wenn Europa schrumpft und altert, ohne politisch gegenzusteuern, schwächt es seine eigene Zukunft. Wir bieten umsetzbare Strategien an. Denn der demografische Wandel ist keine ferne Entwicklung, sondern ein Weckruf an die Gegenwart: Demografie muss nicht Schicksal sein. 

Link zum Strategiepapier auf English: https://www.martenscentre.eu/publication/answering-demographic-change-policy-recommendations-for-national-and-european-policymakers/?amp=1

Strategiepapier Martens, Tivoli, Kugler Politikempfehlungen, Januar 2026 – unautorisierte Übersetzung

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In ENGLISH: 

The recent report “Answering Demographic Change – Policy Recommendations for National and European Policymakers” was published by the Martens Center, Campus Tivoli and Gudrun Kugler ( Special Representative for Demographic Change and Security of the Parliamentary Assembly of OSCE). It argues that demographic decline, low fertility, population ageing, and shrinking workforces are among the most decisive challenges facing Europe. It shows that demographic change affects almost every policy field — from economic competitiveness and social systems to regional development, democracy, and security. The authors propose a dual strategy of mitigation (supporting family formation and higher fertility) and adaptation(reforming labour markets, welfare systems, migration management, and regional planning) through coordinated, long-term policies at both national and European level.

The 12 Chapters of Policy Recommendations:

  1. Demographic Change Must Be Recognised as a Mega Trend in European Politics
  2. The Response to Demographic Change Must Span All Institutions and Policy Fields
  3. Productivity Must Be Sustained Amid Demographic Change
  4. Higher Fertility Depends on Cultural Shifts
  5. Supportive Policies and Parenthood Incentives to Ease the Decision for a Child
  6. Strengthen Family-Oriented Social Policies
  7. Rural Vitality Depends on Commune Consolidation and Strong and Targeted Infrastructure
  8. Quality of Life and Active Ageing Depend on Strong Healthcare and Social Care Systems
  9. Future Competitiveness Depends on a Demographically Resilient Workforce
  10. Managed Migration Is an Essential Element of a Sustainable Demography
  11. Pension and Welfare Reform Is Key to Long-Term Financial Sustainability
  12. Sustainable Demography Is Key for a Fair Democracy and National Security, and Depends on Managing EU Enlargement Effects and the Fallout of the War in Ukraine

Link: https://www.martenscentre.eu/publication/answering-demographic-change-policy-recommendations-for-national-and-european-policymakers/?amp=1

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