Antrag auf ausreichende flankierende Beratungsmaßnahmen für Frauen zur Senkung der Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen
24. Juni 2017
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Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, stehen meist unter einer enormen psychischen Belastung und nicht selten unter psychischem Druck dritter Personen aus ihrem persönlichen Umfeld. Es ist daher wichtig, das Recht der Frau auf umfassende Information über Alternativen zu und Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen zu stärken.

Beratung durch kompetente Betreuungsstellen, niederschwellige und ausreichende finanzielle Unterstützung sowie das Aufzeigen von individuellen Lösungsmöglichkeiten hinsichtlich einer etwaigen schwierigen familiären Situation können diesbezüglich positiv für den Schutz des menschlichen Lebens und die Situation der Frau wirken.

Maßnahmen, die sich positiv für die Situation der Frau bzw. des Paares auswirken, müssen jedoch deutlich verstärkt werden, nicht zuletzt durch einen Hilfsfonds der Stadt Wien für Schwangere in Konfliktsituationen sowie durch finanzielle Unterstützung von qualifizierten Beratungseinrichtungen. Eine wesentliche Grundlage für effiziente Hilfestellung ist daher eine entsprechend – unter Wahrung des Rechtes auf Datenschutz und Anonymität – durchgeführte statistische Erfassung und Motiverhebung der vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche.

Ein besondere Herausforderung zeigt sich rund um vorgeburtliche Untersuchung: Wird eine Auffälligkeit diagnostiziert, mangelt es für die betroffenen Eltern oft an begleitender professioneller psychosozialer Unterstützung: Die meisten Schwangeren wollen laut Studien eine solche Betreuung. In dieser Situation ist die Hilfe von Expertinnen und Experten aus der Psychologie, der Sozialarbeit und der Seelsorger besonders wichtig.

Die gefertigte Gemeinderätin stellt daher gemäß § 27 Abs. 4 der Geschäftsordnung des Gemeinderates der Stadt Wien folgenden Beschlussantrag:

Die amtsführende Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen möge dafür Sorge tragen, dass das Angebot an Betreuungs- und Beratungsmaßnahmen in Wien für jene Frauen, die eine Schwangerschaft abzubrechen beabsichtigen, deutlich ausgeweitet wird. Ein besonderer Aspekt soll dabei auf die Beratung von schwangeren Jugendlichen gelegt werden. Dabei soll ein ganzheitlicher Ansatz im Vordergrund stehen, der in dieser schwierigen Situation auch den Kindesvater mit einschließt und in die Verantwortung nimmt.
Eltern mit einer auffälligen vorgeburtlichen Diagnose soll ein Netz der Unterstützung von sozialer, psychologischer sowie seelsorglicher Seite angeboten werden.

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung des Antrags an den Gemeinderatsausschuss für Soziales, Gesundheit und Frauen verlangt.

Wien, 26.06.2017

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