Entwicklungszusammenarbeit: Nachhaltige Armutsbekämpfung gelingt nur durch strukturelle Hilfe zur Selbsthilfe
29. Juni 2016
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Utl.: Wien soll zur Unterstützung von Entwicklung eigene Kompetenzen weitergeben

„Entwicklungshilfe soll eine Gesellschaft schaffen, ohne Armut, in der sich jeder Mensch entfalten kann. Nachhaltige Armutsbekämpfung gelingt aber nur durch strukturelle Hilfe zur Selbsthilfe. Entwicklungszusammenarbeit meint Aufbau von Rahmenbedingungen mit anhaltenden Entfaltungsmöglichkeiten für den einzelnen. Dadurch entsteht Wirtschaftswachstum, das wiederum Armut verringert“, so ÖVP-Wien Gemeinderätin und Menschenrechtssprecherin Gudrun Kugler in der heutigen Debatte des Wiener Gemeinderates. „Mittel zur Entwicklung sind ein funktionierender Staat, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, eine breite Infrastruktur, ein funktionierendes Bildungssystem sowie Gesundheitssystem und Zugang zu Technologie und Finanzmittel. Darauf muss EZA abzielen.“ Kugler weiter: „Mittel sind nicht mit Zielen zu verwechseln. Die Ziele gelungener Entwicklungszusammenarbeit sind: In Gesundheit und ohne Existenzangst leben zu können, Einhaltung der Menschenrechte, Kultur und Kunst als Ausdruck des Mensch-Seins und ein gutes Miteinander der Menschen und ihrer Umwelt. Dies hat auch eine Auswirkung auf die Migrationsströme: Wo EZA gelingt, werden die Menschen ihre Heimat nicht mehr verlassen wollen.

Entwicklungshilfe dürfe aber nicht mit Notlinderung oder Sozialarbeit verwechselt werden. Wien käme hier eine spezielle Rolle zu, erklärt Kugler, „Wie oft ist Ressourcenmangel der wahre Grund für Konflikte, so zum Beispiel Wasserknappheit. Wien kann hier die eigenen Kompetenzen weitergeben. Technisch-innovative Lösungen könnten in Wien sogar für den jeweiligen Konfliktherde entwickelt werden.“

In der heutigen Sitzung des Gemeinderates standen mehrere Projekte in Zusammenhang mit Entwicklungshilfe zu Abstimmung, bei denen diese Kriterien beachtet worden sind. Bei einem, nämlich bei einem Projekt von Phase Austria mit geschlechtsspezifischen Workshops für Mädchen in Nepal wurde dies jedoch nicht verwirklicht, wenn 80 Prozent der Bevölkerung in Nepal hungern zeitweise, 38 Prozent der Frauen sind Analphabetinnen und es gibt ein kaum entwickeltes Gesundheits- und Bildungswesen. „Sensibilisierung von Mädchen gegen sexualisierte Gewalt ist zweifellos wichtig, nur wird im vorliegenden Fall die Bedürfnispyramide umgedreht. Andere Projekte von Phase Austria, die die Kriterien der EZA besser erfüllen, werden wir auch in Zukunft gerne wieder unterstützen“, so Kugler abschließend.

(Rede von Gudrun Kugler im Wiener Gemeinderat am 29. Juni 2016)

OTS-Meldung: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160629_OTS0263/vp-kugler-entwicklungszusammenarbeit-nachhaltige-armutsbekaempfung-gelingt-nur-durch-strukturelle-hilfe-zur-selbsthilfe

 

PS: Passend zum Thema habe ich heute Schmuck getragen, der von Frauen in einem Slum in Uganda aus Altpapier hergestellt wurde. 50 Frauen erhalten so ihre Familien. Großartiges Projekt – Pearls of Africa!

 

 

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