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Integration muss für Wien wichtiger werden!
13. Dezember 2016
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Rede zum Thema Integration, Schule, Familie – von Dr. Gudrun Kugler am 13.12.2016 im Rahmen der Budgetdebatte 2017.

Hier die Rede auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=21E6U2bX-WU (8min46)

Hier zum Text der Rede:

Die grüne Gemeinderätin Huemer sprach sich gegen „Kriminalisierung von Burkaträgerinnen“ und gegen „familienzentrierten Anti-Feminismus von rechts“ aus. Familienzentrierter Anti-Feminismus? Jedenfalls besser als ein Feminismus, der bei der Burka endet oder diese gar als Form der Selbstverwirklichung der Frau sieht. Und viel besser als das feministische Familienbashing, das wir hier unter Rot-Grün in Wien erleben!

Integration muss für Wien wichtiger werden! 8,3 Mio Euro direktes Budget kann ja nicht unser Ernst sein?

1) Wir müssen gegen Radikalisierung entschiedener vorgehen.

Dazu die Radikalisierungsstudie (Die Erhebung fand zwischen November 2014 bis Mitte Januar 2015 in insgesamt 301 Wiener Jugendeinrichtungen mit Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren statt.)

  • Die Daten zeigen einen großen Handlungsbedarf für die Prävention auf. Nicht nur die 27% junger MuslimInnen welche auf Basis der Ergebnisse als latent gefährdet eingestuft werden, müssen dringend in Präventionsmaßnahmen eingebunden werden, auch jene 31% der Ambivalenten (damit sind jene gemeint die zwischen den Stühlen sitzen) brauchen verstärkte Aufmerksamkeit.
  • Auch bei Ablehnung von Gleichstellung der Geschlechter zeigt sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Religionsgruppen: Jugendliche mit muslimischem Hintergrund werten öfter aufgrund von geschlechtsspezifischen Merkmalen ab als Jugendliche mit christlichem Hintergrund.
  • Während die Wertschätzung zwischen Muslimen und Christen hoch ist, haben muslimische Jugendliche starke antisemitische Züge – fast die Hälfte der Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund (47%) wertet Juden und Jüdinnen sehr stark oder stark ab.
  • Verglichen nach Religionszugehörigkeit zeigt sich ein signifikanter Unterschied zwischen katholischen und muslimischen Jugendlichen, allerdings auf sehr niedrigem Niveau: während bei der Gruppe der katholischen Jugendlichen niemand eine mittlere oder starke Demokratiedistanz aufweist, weisen muslimische Jugendliche zu 4% eine mittlere Demokratiedistanz und zu einem Prozent eine starke auf.

Radikalisierung entsteht in vier Stufen:

  • Zuerst sagen die eigenen Familie „wir sind besser“;
  • dann erlebt der junge Mensch selbst Diskriminierung bzw. unterschiedliche Behandlung;
  • die Theologie bestätigt ihm diese Erfahrungen mit Thesen wie „die Ungläubigen werden nie deine Freunde sein“;
  • und schließlich findet der junge Mensch im Internet oder in der Moschee jemanden, der ihn indoktriniert.

2) Wir müssen Maßnahmen gegen Ghettobildung und Parallelgesellschaft setzen:

Hier ein Auszug aus einem Artikel im aktuellen Biber, „GENERATION HARAM“ von Melisa Erkurt

„Goran: „Ein paar meiner Freunde, für die Religion nie ein Thema war, sagen auf einmal, sie widmen ihr Leben jetzt Allah.“ Woher der plötzliche Wandel? „Auf jeden Fall durch das Internet. Vines, Memes, YouTube-Videos – Islam ist überall ein Thema. Früher haben viele meiner Freunde nicht einmal erwähnt, dass sie Muslime sind, heute leben sie ihren Glauben offen, weil es durch das Internet und Deutsch-Rap cool geworden ist, Moslem zu sein.“

Ja richtig, es ist nur ein kleiner Teil der Jugendlichen, die so drauf sind. Aber diese Gruppe von pseudo-religiösen Jung-Machos wird größer, einflussreicher und damit gefährlicher. … Ob die Jugendlichen, die ich kennengelernt habe, Dschihadisten werden, bezweifle ich stark. Aber das ist ja auch kein Maßstab. So wie sie jetzt sind, müssen sie sich schon ändern. Und zwar schnell und deutlich. Denn pubertäre Großmäuler, die keinen Respekt vor Frauen und der österreichischen Gesellschaft haben, werden Erwachsene ohne Perspektive, die ihre Kinder genauso erziehen könnten. Und während der eine Teil der Gesellschaft diese Jugendlichen fürchtet, sie am liebsten abschieben würde, leugnet der andere Teil das Gefahrenpotential und die Jugendlichen bleiben wieder sich selbst überlassen und kreieren sich ihre eigene Welt – voll von Widersprüchen, Einschränkungen und ganz viel haram.“ (http://www.dasbiber.at/content/generation-haram)

3) Wir müssen Wege suchen, wie Lehren und Lernen in Wiener Schulen trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede gelingt

Wie sieht der Lehreralltag in Wien wirklich aus?

  • Wenn ein Lehrer 3 Muttersprachler in seiner Klasse hat?
  • Wenn er anstatt zu unterrichten Worte und Begriffe erklären muss?
  • Wieso kommen Kinder aus öffentlicher Mittelschule mit Gut in Deutsch und können nicht wirklich Deutsch? Wie geht das?
  • Woher kommen die Defizite? Wieso wissen 14-Jährige z.B. nicht einmal, dass es einen 2. Weltkrieg gegeben hat? Österr. Geschichte hat nicht einmal eine Bedeutung für verschiedene jungen Menschen. Bei vielen ist Diktatur in, für Demokratie fehlt oft das Verständnis.
  • Die Schüler leben zwischen zwei Welten – nicht im Herkunftsland und nicht hier.

    Es wurde berichtet, dass Schüler über die Silvesternacht in Köln diskutieren und fragen: „Warum sind Frauen um Mitternacht auf der Strasse?“ „Warum haben sie Miniröcke an?“, etc.

  • Frauen, die unterrichten, setzen sich oft nicht durch. Ein Vater eines Schülers sagt zu zwei Lehrern: „Du Mann, Du gut. Du Frau, Du nix.“ Es gibt Väter, die Lehrerinnen nicht die Hand geben!
  • Eine ungekannte Disziplinlosigkeit von Schülern aus allen ethnischen Gruppen bringen die Lehrerinnen und Lehrer oft an den Rand des Burnouts.

Wir müssen in De-Radikalisierung, in Maßnahmen gegen die Bildung von Parallelgesellschaften und in unsere Schulen investieren! Dies muss ein vorrangiges Ziel sein, und darf nicht unter „ferner liefen“ abgestempelt werden.

Wir sprechen in dieser Geschäftsgruppe auch über Familie. Familienpolitik kommt in Wien oft zu kurz. An anderer Stelle habe ich bereits mehrfach über die vielen Maßnahmen gesprochen, die Wien für Familien setzen sollte. Heute möchte ich dazu einen Antrag exemplarisch einbringen: Gemeinsam mit meiner Kollegin Schwarz stelle ich den Antrag auf realistische Familienkarten in Wiener Bädern. Die Familienkarte umfasst derzeit nur einen Erwachsenen und ein Kind. Man könnte das eher Alleinerzieherkarte nennen. Wir fordern eine Familienkarte für die ganze Familie!

NACHTRAG: Ich freue mich, dass dieser Antrag einstimmig angenommen wurde! Von 78 Anträgen der Opposition wurden in der Budgetdebatte am 12. und 13. Dez. nur 2 Anträge angenommen – einer mehrstimmig, und meiner einstimmig!

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1 comment

  1. Danke Gudrun. ich kann alle deine Gedanken und Projekte nur unterstützen. Viel Respekt, Klarheit, Menschlichkeit, viel Augenmaß.

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