Kugler zu islamischen Kindergärten
10. Dezember 2015
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Aus meiner Rede vom 10.12.: „In aller Munde sind dieser Tage die islamischen Kindergärten: Eine vom Integrationsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung zu islamischen Kindergärten und -gruppen in Wien zeigt ein besorgniserregendes Bild. Bei den Trägern werden teils extremistische Gruppen als Hintermänner vermutet, die Erziehung ist stark religiös geprägt und erfolgt nicht immer auf Deutsch.
Wien wird hier einem offensichtlichen Problem nicht Herr. Man hat zu lange zugesehen!
Der eigentliche Skandal ist, dass die Mitarbeiter, die die Kindergärten kontrollieren, viel zu wenige sind, und die dafür eigentlich benötigten Sprachen nicht beherrschen.
Heute gab es ein Treffen zw. Ihnen, Frau Stadträtin, Stadträtin Wehsely und Integrationsminister Sebastian Kurz.
In der APA lese ich gerade, dass Sie heute beschlossen haben:
– eine gemeinsame Studie
– aufstockung des Personals
– mehr Kontrollen
Das ist gut! Man fragt sich nur: warum erst jetzt?

Wenn diese Maßnahmen nun aber alle konfessionellen Kindergärten gleich treffen, darf ich sagen: Es ist absurd, alle in einen Topf zu werfen!
Dazu exemplarisch ein paar Fakten zu katholischen Kindergärten präsentieren:

  • Erstens, viele der katholischen Kindergärten sind in der St. Nikolaus Stiftung zusammengefasst, insgesamt werden 6000 Kinder dort betreut. Diese unterliegt der strengen Aufsicht der Erzdiözese und beschäftigt Fachinspektoren. Transparenz wird großgeschrieben. Die Frage nach Hintermännern oder Trägervereinen stellt sich dort nicht!
  • Zweitens: die Betreuerinnen in den katholischen Kindergärten sprechen deutsch.
  • Drittens, was soll in katholischen Kindergärten „Gefährliches“ gelehrt werden? „Wer dich auf die eine Wange schlägt, dem halte die andere hin?“ „Wer einen Armen trifft, soll seinen Mantel teilen?“ Mit Kinder von katholischen Kindergärten erleben wir das Phänomen der Parallel-Gesellschaften nicht!

Werte Kolleginnen und Kollegen, Gleichbehandlung ist ein hoher Wert! Aber alles in einen Topf zu werfen, ist absurd.
Michael Prüller schreibt dazu in Die Presse am letzten Sonntag: „Weil es einzelne Religionen – oder einzelne Aspekte einzelner Religionen – gibt, die uns Sorgen machen, spart man Religion überhaupt aus? Wenn Osama bin Laden nicht auftreten soll, lassen wir fairerweise auch Mutter Teresa nicht sprechen? Der Grundsatz der Fairness ist, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. Ungleiches gleich zu behandeln, ist bloß denkfaul. … Aber das ist nicht neutral, sondern nur bequem – weil man nicht ehrlich sein muss. Man will niemandem wehtun, aber schadet damit allen.“

Und noch eines: Wien soll die Interpretation des Gottesbegriffes in konfessionellen Kindergärten prüfen? „Strafend, liebend, Mischformen“??? Wie soll das gehen? Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist Sache der Religionen! Die Stadt muss Sorge tragen, dass die Gesetze eingehalten und die staatsbürgerlichen Bildungsziele erreicht werden. Theologie kann und soll sie nicht betreiben.“

Deshalb stellen wir den Antrag:
„Der amtsführende Stadträtin für Frauen, Bildung, Integration, Jugend und Personal Stadtrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass vor Erteilung einer Kindergartenlizenz die Trägervereine genauer untersucht werden, um mögliche Verbindungen derselben in islamistische Kreise aufdecken zu können und diese in Folge nicht oder nur unter Auflagen zu genehmigen. Zudem sollen die bestehenden Einrichtungen auch unangemeldet kontrolliert werden und im Verdachtsfall die Subvention eingestellt bzw. zurückgefordert werden. In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Ausschuss für Frauen, Bildung, Integration, Jugend und Personal verlangt.“

Link zur Pressemeldung: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151210_OTS0333/vp-kugler-wien-muss-in-bezug-auf-islamischen-kindergaerten-den-worten-taten-folgen-lassen

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3 comments

  1. Grüß Gott!
    Können Sie mir bitte eine Emailadresse mitteilen, damit ich eine Nachricht mit Dateianlagen zusenden kann? Es betrifft die Integrationsproblematik.
    Danke sehr!

    Mit freundlichen Grüßen
    Maria Koch

    Antworten Edit
  2. Das würde der rot-grünen Stadtregierung passen, wenn in unseren Kindergärten betrieben von Pfarren oder der St.Nikolaus-Stiftung keine religiösen Feste oder Feiern mehr veranstaltet werden dürften!

    Antworten Edit
  3. Dietmaier Dr Alfred

    Sehr geehrte Frau Dr. Kugler,
    in letzter Zeit hat sich die ÖVP durch BM Kurz immer wieder zum Thema Islam bemerkbar gemacht. Seit Monaten ist migrationsbedingt das Thema Islam in die Öffentlichkeit und auch in die Schusslinie polemisierender Kommentare geraten. Von manchen unvergessen blieben die oberflächlichen Auseinandersetzungen über das Religions-Dialogzentrum sowie über das Islamgesetz neu.
    Warum hat die ÖVP bisher das gesellschaftliche Selbstverständnis „des Islam“ sowie dessen gesellschaftliche Ansprüche nie thematisiert, denn eine sachliche und vor allem kompetente grundsätzliche Auseinandersetzung dazu fehlt bis jetzt.
    Kurz betreibt seit Jahren eine Integrationsabteilung mit einem Stab an (unabhängigen?) Experten zu diesem Thema, und die seinerzeitige Ankündigung, sich auch dem Islam zu widmen, ist auch welchen Gründen auch immer im Sand verlaufen.
    Seit Jahren wurde eine respektvolle, sachkompetente und tabufreie offene Grundsatzdiskussion mit Islamvertretern für ein zivilisiertes gesellschaftliches Mit- oder Nebeneinander in Österreich und Europa von internationalen Experten vorgeschlagen – und von der Politik ignoriert.
    Anlässlich einer neuerdings EU-gewollten Annäherung an die TR stellt sich wohl wieder einmal die Frage, warum diesem sehr wohl EU-relevanten politischen Islam scheinbar schon wieder keine entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt wird?
    Die aktuelle Kindergartendiskussion – bleibt sie auf dieser parteipolitischen Ebene der Auseinandersetzung – lässt bisher keine Versachlichung hin zum Kern der nötigen Auseinandersetzung erkennen.
    Dürfen wir von der ÖVP doch wieder gesellschaftspolitische Relevanz erwarten, wird die ÖVP verantwortungsvoll bei der Weichenstellung in unsere (christliche) Zukunft tätig werden, oder
    bleibt es bei einer passiven, bereits resignativen, wirtschaftsopportunistisch ausgerichteten Tagespolitik, der die Kraft und Kompetenz zur eigenen Gestaltung der Zukunft abhanden gekommen ist.
    In der adventlichen Hoffnung, bei Ihnen gewisse persönliche Resonanz zu finden, um diese vielleicht auch innerparteilich verstärkt zu sehen
    grüße ich herzlich!
    Alfred Dietmaier

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