Meine Abschiedsrede im Wiener Gemeinderat am 25. Oktober 2017
25. Oktober 2017
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(im Bild – beim Ausräumen meiner Lade im Wiener Gemeinderat am 25.10. 2017)

Hier die Rede auf youtube: https://youtu.be/s8meAP3pfS4

Für einen Friedhof und ein Gebetshaus für Jesiden:

„Der Tod ist harmlos im Vergleich zu der Hölle, durch die wir alle gehen mussten“, sagt Nadia Murad bei der UNO. Sie bekam mit einer Leidensgenossen im Jahr 2016 Václav-Havel-Preis des Europarats und Sacharow-Preis im Europaparlament. Sie verlangt, die Täter vor Gericht zu stellen und deren Verbrechen als Völkermord einzustufen. Wir haben das auch als Gemeinderat gefordert. Dennoch sind weiterhin tausende von Frauen und Kindern versklavt.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse leben zw. 1000 und 1500 Jesiden in Wien. Der Gemeinderat möge ihnen im Rahmen des Zuständigkeitsbereiches der Stadt Wien seine Unterstützung zusagen in der Errichtung eines Gebetshauses sowie der Einrichtung eines Friedhofes für die Gemeinde.

Mein Abschied aus dem Gemeinderat:

Nun muss ich mich von Ihnen, von Euch verabschieden! Es war eine Ehre für Wien zu arbeiten. Dabei habe ich vieles gelernt:

  • Ein guter Politiker verdient Bewunderung – es ist nicht einfach Dinge voran zu bringen!
  • Unendlich wichtig in der Politik sind Wertschätzung, Respekt und Kollegialität und lösungsorientiertes Miteinander über Meinungsverschiedenheiten hinaus – wie im normalen Leben.
  • Trotz aller Unterschiede sitzen wir alle nicht nur im selben Haus sondern auch im selben Boot!

Die selige Hildegard Burjan saß 1918 in diesem Haus. Seit Mai gibt es für sie eine Gedenktafel an den Arkaden des Rathauses. Dafür auch nochmals danke an den Bürgermeister!

Hildegard Burjan sagte: „Nicht einer Verwischung der Parteiunterschiede rede ich das Wort, sondern der Achtung vor dem sachlichen Gegner. Je fester ein Mensch von seiner Weltanschauung überzeugt … ist, desto ruhiger erträgt er andere Meinungen, desto mehr sucht er überall das Versöhnende, Verbindende heraus und ignoriert bei gemeinsamer Arbeit das Trennende.“

Dank an die vielen, mit denen diese Art von Arbeit in den letzten beiden Jahren möglich war!

Besonders danke ich den Menschenrechtssprechern aller Fraktionen: Es ist uns gelungen, dass wir wichtige Akzente setzen können für die Unveräußerlichkeit der Menschenrechte.

Danke an meine Kolleginnen und Kollegen, die mich sehr freundschaftlich in diesen ersten parlamentarischen Jahren begleitet haben.

Für die Stadt Wien werde ich mich immer einsetzen, Ihnen allen in konstruktiver Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.

Persönlich wünsche ich jedem und jeder einzelnen von Ihnen alles erdenklich Gute.

Vielen Dank und auf Wiedersehen!

 

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