Standard Artikel zu meinen Forderungen im Bereich Jugendschutz vor Internetpornographie
3. Dezember 2018
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Am 29. November 2018 griff der Standard in einem Artikel meine Forderung nach einem Filter, der Kinder vor Internetpornographie schützt, auf. Hier der Text, zum Nachlesen auch auf: https://mobil.derstandard.at/2000092697203/Tuerkises-Plaedoyer-fuer-verpflichtende-Pornofilter-in-Oesterreich?fbclid=IwAR0fhH5nM_JaBEYbcqXucXK74f3zV3DXAXRCBG3-pOt15CiQ6–dYR3526U

 

Türkises Plädoyer für verpflichtende Pornofilter in Österreich

FABIAN SCHMID 
29. November 2018, 17:20

 

Die Regierungsparteien überlegen, Kinder durch das Sperren von Inhalten vor Pornografie und Gewalt im Internet zu schützen. Der Ausstieg soll nur auf ausdrücklichen Wunsch möglich sein

Immer öfter und in immer jüngerem Alter kommen Kinder mit Pornografie in Berührung. Mit nur wenigen Klicks sind Hardcorefilme im Netz abrufbar, oftmals wird eindeutige Werbung auch auf sachfremden Webseiten eingeblendet. Dass das ein Problem ist, sehen alle im Parlament vertretenen Fraktionen so. Auch auf Medienkompetenz als Lösungsansatz können sich alle Parteien einigen. Doch ÖVP und FPÖ wollen einen großen Schritt weiter gehen und überlegen, verpflichtende Filtersysteme vorzuschreiben.

 

Vorbild Großbritannien

Eine der größten Befürworterinnen einer derartigen Lösung ist die Abgeordnete Gudrun Kugler (ÖVP), die für „christliche Werte“ in der Politik eintritt. Sie plädiert im Gespräch mit dem STANDARD dafür, nach Großbritannien zu schauen, wo derartige System bereits im Einsatz sind. „Wir sehen, dass andere Länder den Schutz von Kindern vor Pornografie bereits vorangetrieben haben – und dass Eltern damit zufrieden sind“, sagt Kugler.Tatsächlich weist eine Studie der britischen Telekombehörde aus, dass 97 Prozent jener Eltern zufrieden sind, die aktiv solche Filter nutzten. In der britischen Gesamtbevölkerung ist die Maßnahme jedoch nicht besonders populär. Vor der Selbstverpflichtung der Provider, das Netz zu filtern, wollten nur 24 Prozent aller Haushalte einen Filter. Seit einigen Jahren müssen Kunden der größten Provider aktiv bekanntgeben, aus dem Filter aussteigen zu wollen.

 

Gefahr des Overblocking

Kritiker der Maßnahme verweisen darauf, dass es oftmals zu einem sogenannten Overblocking kommt. So wurden in Großbritannien etwa Webseiten gefiltert, die über sexuelle Orientierungen oder Geschlechtskrankheiten aufklärten. Laut Kugler soll das hierzulande definitiv nicht passieren. Es sei wichtig, die Listen gefilterter Seiten regelmäßig zu evaluieren und dem jeweiligen Internetnutzer eine große Bandbreite an Filtermöglichkeiten zu bieten, sagt Kugler. So müsse es auch möglich sein, eindeutige Gewaltdarstellungen zu blockieren. In Großbritannien umfasst der Filter etwa auch Glücksspielangebote oder Webseiten zum Thema Suizid.“Die Bundesregierung greift ein weiteres Mal auf ein Modell zurück, das erwiesenermaßen nicht funktioniert“, sagt die Datenschutzorganisation Epicenter Works. „In Großbritannien wurde eine Zeit lang jede fünfte Internetseite gesperrt. Daher treten wir gegen Internetfilter jeglicher Art ein“, so die Datenschützer. Sie verweisen darauf, dass technisch Versierte derartige Filter leicht umgehen können: „Gerade Jugendliche wissen das.“

 

Familienministerium prüft Maßnahmen

Fakt ist, dass die Einführung eines Filtersystems bereits im Regierungsprogramm angedacht wird. Aus dem Familienministerium heißt es, dass Maßnahmen wie in Großbritannien – darunter auch ein verpflichtender Alterscheck für Pornografie abseits des Filters – „auch für Österreich geprüft werden“. Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) sei „im Austausch mit Experten zu dem Thema“ und stimme sich dabei mit Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) ab: „Konkret besteht die Möglichkeit der Einrichtung eines Selbstregulierungskörpers für den Bereich des Jugendschutzes.“

 

Weiterführendes zum Thema:

Auf heute.at gibt es eine Umfrage, wie die österreichische Bevölkerung darüber denkt – hier kann man mitstimmen.

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1 comment

  1. Sehr geehrte Frau Kugler!

    Ich finde Ihren Vorschlag zur Filtereinführung bezüglich Pornografie und Gewalt im Internet für einen sehr wichtigen und gesellschaftlich wertvollen Vorgang. Der Zugang zu Gratisporno ist heute so einfach wie noch nie und somit sehr beängstigend. Kinder können bereits in jeder Schule mit ein paar Klicks Pornos ansehen und keiner unternimmt etwas dagegen. So werden bereits die kleinen Kinder durch solche Filme traumatisiert und die Wertvorstellung von Liebe und Partnerschaft wird dadurch massiv geschädigt. Wie Liebe richtig verkörpert werden kann und soll geht verloren. Im Vordergrund steht dann nur der Sexismus und der schnelle kick zum Orgasmus. Zusätzlich sollte man bedenken, dass der reichliche Pornokonsum die feinstoffliche Energie des Körpers beeinflusst und zerstört was wiederum zur Folge hat, dass die Unfruchtbarkeit in der Gesellschaft steigt und die Anzahl der Bisexualität sowie die Homosexualität zunimmt (das kann man auch nicht verneinen). Das alles ist ein Spiegel der heutigen Gesellschaft. Ehen werden schnell geschieden und die wahre Liebe bleibt auf der Strecke.
    Es soll natürlich jedem im Privatbereich offen stehen ob der Filter in Anspruch genommen wird oder nicht, was jedoch gesetzlich verankert gehört ist, dass diese Seiten in öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Ämter etc.) gesperrt werden müssen. Somit ist sichergestellt, dass wenigstens dort der Zugang erschwert wird. Früher konnte Pornografie erst ab 18 Jahre konsumiert werden – Warum geht das heute nicht mehr?
    Danke Ihnen nochmals für den tollen Einsatz dafür.
    Liebe Grüße Michael Wieser

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