Zentralasien: Chancen für eine stärkere Zusammenarbeit
4. November 2026
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Auf meiner Reise durch Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan konnte ich zahlreiche Gespräche mit Abgeordneten, Regierungsvertretern und internationalen Organisationen führen. Die Region befindet sich im Wandel: Der wirtschaftliche Aufschwung ist vielerorts spürbar, die demografische Entwicklung bietet Chancen und die Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit ist groß.

In Kasachstan besuchte ich zunächst das OSZE-Programm Office. Dort wurden mir Projekte zur Förderung von Frauen und für mehr Sicherheit bei Grenzkontrollen vorgestellt, die Österreich unterstützt.
Für mich ist klar: Die Parlamentarische Versammlung der OSZE muss noch enger mit den OSZE-Feldmissionen zusammenarbeiten!

Anschließend traf ich Abgeordnete des neu gewählten kasachischen Parlaments, des Kurultai (Құрылтай). Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit innerhalb der OSZE und die Vertiefung der Beziehungen zwischen Kasachstan und Österreich. Besonders gefreut hat mich der Austausch mit Dana Medeuova, der neuen Sonderbeauftragten für Klimawandel. Gemeinsam haben wir spannende Pläne für die kommenden Monate geschmiedet. Den österreichischen Nationalfeiertag feierten wir schließlich bei einem Empfang mit zahlreichen Diplomaten, Politikern und Vertretern österreichischer Unternehmen. Und natürlich durfte auch eine kulinarische Premiere nicht fehlen: Zum ersten Mal habe ich Pferdefleisch probiert!

In Usbekistan standen Gespräche mit der Parlamentspräsidentin, Abgeordneten und zahlreichen NGOs auf dem Programm, die sich unter anderem gegen Menschenhandel einsetzen und für den Schutz von Kindern engagieren. Mein besonderes Highlight war der Besuch eines Schulungszentrums der staatlichen Migrationsagentur. Usbekistan bildet dort Arbeitskräfte für konkrete Mangelberufe im Ausland aus und übernimmt die Kosten für die neun- bis zwölfmonatige Ausbildung. Neben fachlichen Qualifikationen werden Sprache, Kultur und Orientierung vermittelt. Nach einigen Jahren im Ausland kehren die Menschen mit Berufserfahrung und Startkapital zurück. Ein überzeugendes Beispiel für reguläre Arbeitsmigration, von der beide Seiten profitieren können!

Auch die usbekische Kultur kam nicht zu kurz: Wir besuchten das größte islamische Kulturzentrum der Welt und probierten zahlreiche Spezialitäten. Besonders schön war eine spontane Begegnung mit drei Usbekinnen in Taschkent: Nachdem ein geplantes Konzert ausgefallen war, erkundeten wir gemeinsam die Stadt – in einem bunten Mix aus Russisch, Türkisch, Englisch und Deutsch.

In Kirgisistan führte ich Gespräche mit dem Leiter der kirgisischen Delegation bei der OSZE-Parlamentarischen Versammlung und dem Vizeaußenminister. Auch die Arbeit der OSZE vor Ort und die Herausforderungen durch organisierte Verbrechen waren wichtige Themen. Besonders dankbar bin ich der kirgisischen Delegation für ihre Unterstützung meiner Kandidatur für den Vorsitz der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Ein herzliches Dankeschön gilt auch unserer Botschafterin Andrea Bacher, die meine Reise hervorragend unterstützt und begleitet hat.

Kirgisistan ist ein wunderschönes Land. Besonders in Erinnerung bleiben mir die herzliche und offene Art der Menschen und die grüne Hauptstadt Bischkek. Die beeindruckenden Landschaften des Landes konnte ich diesmal leider nur auf Fotos bewundern – ein guter Grund, an einem Sommer wiederzukommen!

Mein Fazit: Zentralasien verdient unsere verstärkte Aufmerksamkeit! Die Reise hat einmal mehr gezeigt, wie viele Chancen in einer engeren Zusammenarbeit mit der Region liegen. Wir sollten diese Chancen nutzen, unsere Beziehungen weiter auszubauen und die Partnerschaften zwischen Österreich und Zentralasien zu stärken.

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