Ägypten: Religionsfreiheit darf nicht nur auf dem Papier stehen
30. Mai 2026
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Bei einer Pressekonferenz von ADF International in Wien sprachen wir über die Diskriminierung von Christen in Ägypten. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand die Frage, wie religiöse Minderheiten geschützt werden können, wenn Entführung, Zwangsheirat und Zwangskonversion nicht konsequent verfolgt werden.

Der Fall der 17-jährigen koptischen Christin Silvana Atef Fanous zeigt exemplarisch, worum es geht: Sie wurde entführt, verheiratet und zwangsislamisiert. Die Behörden unterstützen die Mutter, die für die Rückkehr des Mädchens kämpft, kaum. Ihr Fall steht stellvertretend für viele betroffene christliche Familien in Ägypten.

Menschenrechtsexperten berichten von systematischen Entführungen christlicher Mädchen und Frauen, die häufig mit Zwangskonversionen und Zwangsverheiratungen einhergehen. Besonders betroffen sind koptische Christinnen, Minderjährige und arme Familien. Dort, wo Behörden nicht konsequent einschreiten, entsteht ein Klima der Angst und Schutzlosigkeit.

Entführung, Zwangsheirat und Zwangskonversion sind schwere Menschenrechtsverletzungen. Sie zerstören Familien, rauben jungen Frauen ihre Freiheit und religiöse Identität. Wenn solche Fälle als freiwillige Übertritte oder private Beziehungen dargestellt werden, ohne die Umstände sorgfältig zu prüfen, wird Unrecht verharmlost. Gerade bei Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen muss der Staat besonders genau hinsehen.

Religionsfreiheit und der Schutz von Minderheiten darf auch dann nicht negiert werden, wenn es sich um Christen handelt. Internationale Zusammenarbeit basiert wesentlich auf dem Respekt vor universellen Menschenrechten. Dazu gehört Religionsfreiheit für alle Menschen. Gesetze gegen Zwangsheirat, Entführung und Zwangskonversion müssen tatsächlich umgesetzt werden.

Auch Europa darf nicht wegsehen: Staaten, die mit Ägypten politisch, wirtschaftlich oder sicherheitspolitisch zusammenarbeiten, müssen Menschenrechte klar ansprechen. Gleichzeitig ist es wichtig, auch bei uns in Europa auf Formen von Zwangsheirat, religiösem Druck und Parallelgesellschaften zu achten. Diese Probleme sind nicht mehr nur weit weg, sondern betreffen zunehmend auch uns direkt.

Ein Rechtsstaat zeigt sich daran, wie er die Schwächsten schützt. Damit das Böse triumphiert, genügt es, dass die Guten nichts tun.

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