Wien: Straßenzüge werden nach Edith Stein, Hildegard Burjan und Ida Görres benannt
26. März 2018
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Kugler/Donaustadt: Straßenzüge in der Seestadt (Wien 22) werden nach Edith Stein, Hildegard Burjan und Ida Görres benannt

Auf Anregung der designierten Bezirksparteiobfrau und Nationalratsabgeordneten Dr. Gudrun Kugler beschloss die Kulturkommission Donaustadt am 13. März 2018 drei Straßen nach Edith Stein, Hildegard Burjan und Ida Görres zu benennen. Die Anträge für alle drei Benennungen wurden einstimmig angenommen. Diese drei Figuren zählen ohne Frage zu den bedeutendsten katholischen Frauen des 20. Jahrhunderts.

Dazu die Nationalrätin Dr. Gudrun Kugler: „Ich freue mich sehr, dass diese drei großen Frauengestalten auf solche Weise nun in Wien geehrt werden. Sie haben jede auf ihre Art Großes getan und sind damit Vorbild und Denkanstoß zugleich. Eine Adresse wie Edith Stein-Gasse oder Hildegard Burjan-Straße würde ich gerne auf meiner Visitenkarte anführen können.“ Die Straßennamen unterstrichen, wie „eng Geschichte und Gegenwart miteinander verwoben“ wären.

Die Straßennamen werden im Zuge des weiteren Ausbaus der Seestadt vergeben, sobald sie benötigt werden. Der Zeithorizont ist noch nicht bekannt.

Zu den drei genannten Frauen: 

Edith Stein (Heilige Teresia Benedicta vom Kreuz) (1891-1942) war deutsche Philosophin jüdischer Herkunft. Nachdem sie 1922 durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen worden war, trat sie 1933 in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen ein. In ihren philosophischen Schriften setzte sie sich unter anderem mit dem Denken von Thomas von Aquin, Husserl und Heidegger auseinander. Als „Jüdin und Christin“ wurde sie im Nationalsozialismus verfolgt und schließlich 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Von der katholischen Kirche wurde sie 1989 heiliggesprochen.

Ida Friederike Görres (1901–1971), Tochter des k.u.k. Diplomaten und Schriftstellers Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi , war Schriftstellerin zahlreicher Bücher über geistliche Themen. Nach Absolvierung ihres Studiums in Geschichte und Kirchengeschichte ging sie 1928 als Jugendsekretärin für Mädchenseelsorge nach Dresden und arbeitete dort beim Katholischen Bildungswerk. Bekannt ist sie vor allem für ihre Werke über das Leben verschiedener Heilige sowie für ihren Beitrag in der Entwicklung der Hagiographie.

Hildegard Burjan (1883-1933) war österreichische Sozialpolitikerin und Ordensgründerin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS). In ihrem vielfältigen Einsatz für die Rechte von Frauen, die unter den grausamen Arbeits- und Lebensbedingungen des Wien Anfang des 20. Jahrhunderts litten, gründete sie neben der Caritas Socialis auch den „Verband der christlichen Heimarbeiterinnen“ und den Verein „Soziale Hilfe“. Neben ihrem sozialen Engagement wurde Hildegard Burjan auch als „Gewissen des Parlaments“ bekannt, in das sie 1919 als christlich-soziale Abgeordnete bei der ersten Wahl, bei der Frauen das uneingeschränkte aktive und passive Wahlrecht hatten, gewählt wurde. Von der katholischen Kirche wurde sie 2012 seliggesprochen.

Auch Kath-Press hat dazu einen Artikel veröffentlicht: https://www.kathpress.at/goto/meldung/1615368/wien-will-strassen-nach-edith-stein-und-hildegard-burjan-benennen

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