In Nigeria zur Unterstützung von verfolgten Christen
30. März 2026
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Pressemeldung: Kugler nach Nigeria-Reise – Europa darf Christenverfolgung nicht ignorieren – konkrete Maßnahmen notwendig. Detail- und Fotolinks unten.

Wien, 31. März 2026 (ÖVP-PK) Die Nationalratsabgeordnete Dr. Gudrun Kugler, Sprecherin für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) der ÖVP im Parlament, besuchte gemeinsam mit dem Leiter des First Step Forum, Abg. Marc Jost (Schweiz), sowie dem ehemaligen Premierminister der Slowakei, Eduard Heger, Nigeria, um sich vor Ort ein umfassendes Bild der Sicherheits- und Menschenrechtslage zu machen.

„Nigeria wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen: Jährlich werden dort mehr Kinder geboren als in Europa und den USA zusammen. Wir dürfen dieses Land nicht sich selbst überlassen. Unser Ziel ist es, dass alle, auch die Christen, frei und sicher leben können und Perspektiven vor Ort haben. Dadurch wird Migration eingedämmt und die wirtschaftliche Zusammenarbeit möglich“, betonte Kugler.

Besondere Sorge bereitet die anhaltende Gewalt gegen Christen. Schätzungen zufolge werden jährlich rund 4.000 Christen in Nigeria getötet. „Die Konflikte mögen vielschichtig sein, aber es sind die Christen, die in schockierender Weise und Zahl Opfer religiös motivierter Gewalt werden“, so Kugler. „Europa muss hinschauen und endlich handeln.“
Im Rahmen eines viertägigen Besuchs traf die Delegation zahlreiche hochrangige Vertreter muslimischer und christlicher Gruppierungen, wobei eine gemeinsame Versöhnungsresolution verabschiedet wurde. Auch Gespräche mit politischen und zivilgesellschaftlichen Entscheidungsträgern, im Parlament, im Außenministerium und mit dem nationalen Sicherheitsdienst und mehreren Botschaftern standen auf dem Programm. Die Besuche in vier Kirchen unterschiedlicher christlicher Denominationen sollten der Unterstützung und Ermutigung der lokalen Gemeinden dienen.

Religiöse Führungspersönlichkeiten hoben die Bedeutung des Besuchs hervor: „In den letzten Jahren haben wir weniger miteinander gesprochen – ihr habt diesen wichtigen Dialog wieder angestoßen.“

Die Delegation stellte fest, dass Christen zwar nicht die einzigen Opfer von Gewalt sind, jedoch überproportional betroffen sind. „Diese Realität wird in Europa oft verkannt. Es ist ein Irrtum, die Gewalt in erster Linie als Verteilungskonflikt zu sehen“, erklärte Kugler.

Auf Basis der Gespräche formulierte die Delegation konkrete Handlungsempfehlungen:

  • Dezentralisierung der Polizeistrukturen sowie Einrichtung von Sicherheitszonen für besonders gefährdete Regionen.
  • Stärkung eines funktionierenden Justizsystems zur Bekämpfung von Straflosigkeit.
  • Massive Investitionen in Bildung als Grundlage für langfristigen Frieden.
  • Ausbau praktischer Ausbildungsprogramme, insbesondere für junge Fulani-Hirten, um alternative Lebensperspektiven zu schaffen.
  • Einrichtung von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen zur Aufarbeitung von Gewalt und zur Förderung gesellschaftlicher Heilung.

„Stabilität, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Frieden sind nur möglich, wenn Sicherheit, Gerechtigkeit und Versöhnung gewährleistet sind. Unsere Reise soll dazu beitragen, die europäische Aufmerksamkeit zu erhöhen und eine entschlossene politische Antwort vor Ort zu fördern. Ich hoffe auf die Zusammenarbeit mit der neu ernannten EU-Sonderbeauftragten für die Förderung der Religions- oder Weltanschauungsfreiheit (FoRB) außerhalb der EU, Mairead McGuinness, in dieser Angelegenheit“, so Kugler abschließend, die darauf hinweist, dass diese Reise vollständig privat finanziert wurde und somit keinerlei Kosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verursacht.

Link zur OTS

Weiterführende Informationen und Fotos:

 

Weitere Informationen zu dem Thema:

UN-Experten haben in einem Schreiben an die nigerianische Regierung ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Gewalt gegen christliche Frauen und Mädchen geäußert, darunter Entführungen, Zwangsheiraten und Morde.

Das Schreiben, das von den Sonderberichterstattern für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, für außergerichtliche, summarische oder willkürliche Hinrichtungen, für Minderheitenfragen und für Folter sowie von der Arbeitsgruppe für erzwungene oder unfreiwillige Verschleppungen unterzeichnet wurde, befasst sich mit den „zutiefst beunruhigenden“ Menschenrechtsverletzungen gegen christliche Frauen und Mädchen in Nigeria.

Während der Wortlaut des Schreibens erst nach 60 Tagen veröffentlicht wird – in dieser Zeit kann die nigerianische Regierung antworten –, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung„Wir sind besonders alarmiert über die ganz konkreten und erhöhten Risiken von Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung, denen christliche Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, da wir weiterhin schwerwiegende Fälle von sexueller Gewalt, Entführungen, Handlungen, die einem erzwungenen Verschwinden gleichkommen, Zwangskonvertierungen und Kinderheirat unter ihnen dokumentieren.“

In der Erklärung heißt es weiter: „Diese Verbrechen fanden im Rahmen eines weitreichenden Musters von Gewalt und Verfolgung statt, von dem christliche Gemeinschaften in einigen nördlichen Bundesstaaten überproportional betroffen sind, darunter Morde, Angriffe auf Kirchen und Dörfer, Massenvertreibungen, Ausschreitungen durch gewalttätige Menschenansammlung im Zusammenhang mit Blasphemievorwürfen sowie extreme Unsicherheit, unter der Frauen und Kinder in Lagern für Binnenvertriebene leiden.“

Die Experten kommen zu dem Schluss: „Opfer und Überlebende dürfen nicht ohne Schutz, Gerechtigkeit und Wiederherstellung, einschließlich Rehabilitation und sinnvoller Unterstützung, zurückgelassen werden.“

Nigeria: UN experts warn of rights violations against women and girls from Christian and other religious minority communities | OHCHR

Der Monitoring Bericht zu Christenverfolgung mit Schwerpunkt Nigeria der Stabstelle Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten im Bundeskanzleramt: Monitoringbericht_Christenverfolgung_Q4 2025

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