1,29 Kinder pro Frau in Österreich, weltweit sinkende Geburtenraten: Was lange als europäisches Problem galt, ist heute ein globaler Trend. Der ORF berichtet aktuell über eine neue Analyse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: Die Geburtenraten sinken weltweit drastisch. Thomas Sobotka spricht sogar von einem „freien Fall der weltweiten Fertilitätsraten“. Dabei handelt es sich längst nicht mehr nur um ein Phänomen westlicher Industrienationen. Der Trend beginnt weltweit ab 2008, während er in Europa bereits seit den 1970er-Jahren anhält.
Als Grund wird die Finanzkrise identifiziert. Als mögliche Erklärungen werden unter anderem die Finanzkrise sowie gesellschaftliche Veränderungen seit der flächendeckenden Verbreitung von Smartphones genannt.
In der Analyse heißt außerdem, dass finanzielle Anreize kaum wirken. Das ist richtig. Denn man entscheidet sich nicht in erster Linie gegen Kinder wegen der wirtschaftlichen Kosten, sondern wegen der „persönlichen Kosten“. Dennoch ist finanzielle Unterstützung für Familien notwendig und gerecht – und damit unerlässlich.
Die Gründe, warum Menschen keine Kinder bekommen, lassen sich aus meiner Sicht in drei Gruppen einteilen: Erstens jene, die sagen: „Nicht ich“ – oft aufgrund von Zukunftsängsten, vom Klimawandel bis zu Kriegen. Zweitens jene, die sagen: „Nicht jetzt.“ Daraus wird jedoch allzu oft ein „leider nie“. Drittens jene, die sagen: „Nicht möglich“, etwa wegen fehlenden Wohnraums oder Fruchtbarkeitsproblemen, die sich stark im Ansteigen befinden.
Der Trend sinkender Geburtenraten ist dramatisch und wird unser Zusammenleben tiefgreifend verändern. Der demografische Wandel gehört deshalb ganz nach oben auf die politische Agenda.
Bei einer Geburtenrate von 1,29 Kindern pro Frau werden Einzelkinder immer häufiger. Viele wachsen ohne Geschwister, Cousins und Cousinen sowie ohne Onkel und Tanten auf. Das verändert Kindheit und familiäre Netzwerke grundlegend. Eine kinderarme Gesellschaft ist leiser, langsamer, vorsichtiger und passiver, sagt Professor Wolfgang Mazal.
Je länger ich selbst Familie mit unseren vier Kindern erlebe und mit je mehr Familien ich spreche, desto mehr bestätigt sich für mich: Kinder zu haben gehört zu den größten Freuden des Lebens. Oder, wie die NZZ vor einigen Monaten schrieb: Es ist vielleicht das letzte große Abenteuer, das uns geblieben ist.
Zum Artikel: https://science.orf.at/stories/3236795/
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Bildnachweis: erstellt von ChatGPT, vielen Dank.